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Die Deutsche Film- und Medienbewertung empfiehlt:

Der Stern von Indien

Historiendrama von Gurinder Chadha

 

Filminfos, Trailer und Kinoprogramm zu Der Stern von IndienPrädikat besonders wertvollIndien 1947: Lord "Dickie" Mountbatten erhält von König George VI. einen historischen Auftrag und zieht dazu mit seiner Frau Edwina und seiner Tochter Pamela in den prachtvollen Amtssitz in Delhi. Nach über 300 Jahren der Besetzung soll er als letzter britische Vizekönig den Subkontinent möglichst reibungslos in die Unabhängigkeit entlassen. Doch es ist ganz und gar unklar, wie die Zukunft Indiens aussehen soll: Während sich der Indische Nationalkongress unter der Führung von Nehru und dem Volksidol Ghandi für einen Einheitsstaat einsetzen, um Hindus und die muslimische Minderheit friedlich zu vereinen, plädiert Muhammad Ali Jinnah mit Vehemenz für eine Teilung des Landes, um so seinen muslimischen Brüdern und Schwestern die Unabhängigkeit in einem neuen muslimischen Staat zu schenken: Pakistan. Und je länger die Entscheidung herausgezögert wird, desto mehr Blut fließt auf den Straßen. Unterdessen trifft der Hindu Jeet, ein Bediensteter des Palastes, auf seine muslimische Jugendfreundin Aalia Noor, die aber unlängst jemand anderem versprochen wurde: Das Land, so wie die Menschen, stehen am Scheideweg. Gemeinsam oder getrennt?

Filminfos, Trailer und Kinoprogramm zu Der Stern von Indien

Die britische Filmregisseurin Gurinder Chadha, die bereits mit KICK IT LIKE BECKHAM das indisch-britische Verhältnis auslotete, geht mit ihrem Historiendrama DER STERN VON INDIEN einen Schritt weiter und porträtiert den historischen Umbruch Indiens in den späten 1940er Jahren politisch als auch menschlich. Ihr Film changiert schier mühelos zwischen dem zwischenmenschlichen Subtext der Liebesgeschichte und der sich zuspitzenden politischen Weltlage. Chadha gelingt es so, ein facettenreiches, starkes Drama auf die Leinwand zu bringen, welches das Potenzial besitzt, über den Kinobesuch hinaus für Gesprächsstoff und Diskussionen zu sorgen. Die kriegsähnlichen Revolten zeigt sie innerhalb der Schlossmauern und erzählt außerhalb des Palastes mit eindringlichem Dokumentarmaterial die Geschichte weiter.

Überzeugen kann der Film auch in seiner hochkarätigen Besetzung. Hugh Bonneville strahlt als ewiger Diplomat und Vermittler Mountbatten Ruhe, Souveränität und Klasse aus, wobei in dem gütigen Gesicht auch immer wieder unterdrückte Wut auf die eigene erzwungene Passivität aufblitzt. An seiner Seite glänzt Gillian Andersson als Mountbattens Frau Edwina, die sich von Anfang an mit den Problemen der indischen Bevölkerung auseinandersetzt und eher die Ärmel hochkrempelt und hilft, anstatt in royaler Untätigkeit zu verharren. Und Manish Dayal und Huma Qureshi überzeugen als Jeet und Aalia, deren Liebesgeschichte den emotionalen Kern des berührenden Dramas bildet und damit die Geschichte lebendig werden lässt. DER STERN VON INDIEN ist ein für die aktuelle politische Diskussion ungemein wichtiger Film, der über seine Erzählung einen emotionalen Zugang zur komplexen politischen Geschichte des Subkontinents eröffnet und dadurch nicht nur berührt, sondern auch zum Nachdenken anregt.

Filmverleiher: Tobis

Deutsche Filmbewertung und Medienbewertung FBW

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